Planungsgrundlagen · Interior Design

Ein Kunstkonzept. Mehrere Räume.

Ein Mehrraumprojekt braucht nicht möglichst viele ähnliche Bilder. Es braucht eine klare Hierarchie, eine zusammenhängende Handschrift und genug Unterschied, damit jeder Raum eine eigene Rolle erhält.

Warum Einzelentscheidungen selten ein Konzept ergeben

Wenn Kunst Raum für Raum ausgewählt wird, entstehen schnell drei Probleme: Haupt- und Nebenbereiche erhalten dasselbe visuelle Gewicht, Formate reagieren nicht auf die tatsächlichen Blickachsen und die Beschaffung verteilt sich über verschiedene Quellen, Datenstände und Ausführungen.

Ein Art Program beginnt deshalb mit dem räumlichen Zusammenhang. Erst danach werden konkrete Werke ausgewählt.

Schritt 1: Die räumliche Hierarchie festlegen

Jeder Bereich erhält eine Rolle. Ein praktikables System unterscheidet:

Diese Zuordnung verhindert, dass jedes Werk um Aufmerksamkeit konkurriert. Der stärkste Moment bleibt dort, wo er räumlich und funktional gebraucht wird.

Schritt 2: Eine visuelle Grammatik definieren

Kohärenz entsteht nicht nur über Farbe. Verlässlicher sind wiederkehrende formale Eigenschaften: Zentralität, Rhythmus, Tiefenstaffelung, Flächigkeit, Kontrast und Maßstab. Zwei Werke können farblich verschieden sein und dennoch dieselbe Handschrift tragen.

Bei MIVAWO kann ein Mehrraumkonzept beispielsweise Presence als ruhige Hauptposition nutzen, Frequency für bewegtere Zonen einsetzen und ein Masterpiece als architektonischen Höhepunkt setzen. Die Serien bleiben unterscheidbar, gehören aber zu einer gemeinsamen Bildwelt.

Kurationsregel

Ein gemeinsames Prinzip über alle Räume. Eine klare Hauptposition. Gezielte Variation in den Nebenbereichen.

Kohärenz bedeutet Verwandtschaft, nicht Wiederholung.

Schritt 3: Maßstab aus der Nutzung ableiten

Die größte Wand braucht nicht automatisch das größte Werk. Entscheidend sind Hauptblickachse, Betrachtungsabstand, Möblierung und die Zeit, die Menschen im Raum verbringen. Ein Werk am Ende eines Korridors arbeitet als Zielpunkt. Ein Werk in einer Lounge muss auch aus sitzender Position funktionieren.

Für jede relevante Wand sollte deshalb ein kurzer Datensatz entstehen: Wandmaß, freie Fläche, Foto aus der Hauptperspektive, Betrachtungsabstand, Licht und gewünschte Rolle. Daraus lässt sich eine maßstäbliche Raumstudie erstellen.

Schritt 4: Editionen und individuelle Arbeiten kombinieren

Ein Art Program muss nicht aus einer einzigen Angebotsform bestehen. Limitierte Editionen können die Basis bilden. Individuelle Anpassungen oder neue Arbeiten können dort ergänzen, wo Format, Farbe oder räumliche Aufgabe eine eigene Lösung verlangen.

Entscheidend ist eine klare Dokumentation: Werkname, Werk-ID, Edition, Format, Ausführung, Zielraum, Position und Status. So bleibt das Konzept auch bei mehreren Räumen, Standorten oder Projektphasen nachvollziehbar.

Was in ein belastbares Projektbriefing gehört

Die häufigsten Fehler

Jeden Raum gleich behandeln

Ohne Hierarchie entsteht visuelle Gleichförmigkeit. Ein Projekt braucht bewusste Höhepunkte und ruhigere Übergänge.

Kunst erst nach Abschluss der Raumplanung ergänzen

Dann sind Lichtauslässe, Wandflächen oder Montagebedingungen häufig schon festgelegt. Die Auswahl wird unnötig eingeschränkt.

Farbe als einziges Auswahlkriterium

Eine passende Palette kann verbinden, ersetzt aber keine räumliche Idee. Komposition, Maßstab und Sichtachse tragen das Konzept langfristiger.

Mehrraumprojekt mit einem Ansprechpartner

MIVAWO verbindet kuratierte Auswahl, klare Werkdaten, maßstäbliche Raumstudien und koordinierte Beschaffung zu einem individuellen Gesamtangebot.

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